Zystenentfernung

Kieferzysten

Kieferzysten zählen zu den gängigsten Krankheitsbildern im Mundraum – statistisch betrachtet sind insbesondere Männer mittleren Alters von ihnen betroffen.

Die Ursachen sind allerdings nicht unbedingt prägnant. Gutartige Hohlräume in Ober- oder Unterkiefer entstehen in der Regel aufgrund von Entzündungen oder Entwicklungsstörungen – meist sogar ohne Beschwerden, weshalb sie zunächst oft unbemerkt bleiben.

Werden kleine Kieferzysten jedoch größer, stellen sie eine gesundheitliche Gefahr dar und müssen entfernt werden. Je früher die Zysten erkannt werden, umso einfacher gestaltet sich ihre Entfernung und umso besser stehen die Heilungschancen.

Die Entfernung der Kieferzysten

Eine sogenannte Zystektomie (Entfernung von Kieferzysten) wird in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Doch nicht immer ist eine Entfernung der Zyste notwendig und sinnvoll: Ist sie größer, wird sie unter Umständen nur eingeschnitten. Bei dieser sogenannten Zystostomie kann der Inhalt der Zyste abfließen und das Gewebe anschließend ausheilen.

Kieferzysten und ihre Symptome

Zysten kommen sowohl im Knochen, als auch im umgebenden Weichteilgewebe des Kiefers vor. Ihre Bestandteile sind in der Regel eine Bindegewebskapsel mit flüssigem bis zähflüssigem Inhalt.

Ihre Arten werden aufgrund ihrer Entstehung unterschieden. Eine sogenannte follikuläre Kieferzyste beispielsweise besteht aus fehlentwickeltem Zahngewebe und ist die am häufigsten vorkommende Zyste im Kieferbereich. Radikuläre Zysten sind eine ebenso bekannte Art, sie treten als Folgeerscheinung einer Entzündung auf. Weitere Zystenarten bilden eher seltene Erscheinungen im Kiefer.

Solange sie nicht als Wölbung am Kieferknochen wahrgenommen werden, können Zysten leicht unbemerkt bleiben, ganz unabhängig ihrer Art und Entstehung. Denn sie verursachen zunächst weder Schmerzen noch sonstige Beschwerden. Deshalb werden sie häufig erst per Zufall auf dem Röntgenbild entdeckt.

Gründe für die Entfernung von Kieferzysten

Zysten sind für gewöhnlich gutartig. Mit fortschreitender Größe jedoch können auch sie Beschwerden verursachen, beispielsweise durch den Druck auf ihre Umgebung. Schmerzen, Störungen und Taubheitsgefühle sind die Folge.
Deshalb sollten Zysten entfernt werden – bestenfalls bevor sie benachbartes Gewebe verdrängen, die umliegende Knochensubstanz verformen und wohlmöglich Infektionen auslösen.

Ist der Kieferknochen erst angegriffen, muss auch der betroffene Teil des Knochens entfernt werden, schlimmstenfalls sogar samt umliegender Zähne. In der Regel verlaufen die meisten Eingriffe aber problemfrei. Und selbst kompliziertere Operationen ziehen üblicherweise keine Folgebeschwerden nach sich.

Vor einer jeden Behandlung muss jedoch zunächst untersucht werden, welche Zystenart vorliegt. Hierzu werden einmal bildgebende Verfahren, wie Computertomographie und Ultraschall genutzt. Aber auch eine Biopsie (mikroskopische Analyse des Zystengewebes) durch einen Gewebespezialisten gibt Aufschluss.

Die verschiedenen Arten von Kieferzysten

Kieferzysten als Resultat geweblicher Fehlbildungen:

  • Keratozyste: Eine Kieferzyste im Knochen, die sich vor der Entwicklung eines Zahnes aus seinen Anlagen bilden kann
  • Gingivale Zysten treten als bläuliche Knötchen an Eckzähnen auf und kommen bei Menschen jeden Alters vor
  • Eruptionszysten kommen bei fakturierten Milchzähnen als Schleimhautvorwölbung vor
  • Seitliche Parodontalzyste: liegt im sogenannten parodontalen Spalt, im Zahnhalteapparat der Weisheitszähne, vor ihrer vollständigen Entwicklung
  • Follikuläre Zyste: umfasst die Zahnkrone eines noch nicht durchgebrochenen Zahns in der möglicherweise gestörten Entwicklungsphase
  • Glanduläre odontogene Zyste: rare Form der Kieferzyste aus zahntragenden Teilen, die auch nach ihrer Entfernung wiederholt auftreten und Knochenschäden verursachen kann

Entzündungsbedingte Kieferzysten:

  • Radikuläre Zysten entstehen vornehmlich im Umfeld entzündlicher oder anfälliger Zahnwurzeln
  • Residualzyste: eine Unterkategorie der Radikulären Zyste, die sich nach einem Zahnverlust bilden kann

Kieferzysten ohne Zahngewebe:

  • Nasopalatinale Zyste: entsteht aus Geweberesten, häufig in der Gaumenmitte
  • Nasolabiale Zysten entstehen ebenfalls aus Geweberesten im Gaumenbereich, allerdings näher an der Nase

Sogenannte Pseudozysten ohne Bindegewebskapsel:

  • Einfache Knochenzyste: Ihre Entstehung ist uneindeutig. Vor allem als Unterkieferzyste bekannt, kann sie die Empfindlichkeit der Zähne bis ins Schmerzhafte steigern
  • Aneurysmatische Knochenzyste: Eine gefährliche, da rasch wachsende Zyste, welche die Zähne schmerzhaft belasten und bis zur Fehlstellung kippen kann